Was braucht ein lebendiges Quartier?

Spielende Kinder vor den Häusern, alte Menschen auf den Plätzen, die Verbindung von Wohnen und Arbeiten – das sagen Expertinnen und Experten. Die Möglichkeit, sich zurückzuziehen und die, sich mit den Menschen von nebenan zu treffen – zum Beispiel in einem gemütlichen Café bei einer Tasse Capuccino oder in der Kneipe an der Ecke bei einem frisch gezapften Bier (das sich jede*r leisten kann). Und Räume, die für Partys oder Gäste angemietet werden können. Wird es das alles geben im entstehenden Dünenpark in List?

Verkehrssituation im Dünenpark

Privatautos sollen weitgehend außen vor bleiben und in Tiefgaragen verschwinden. Das ermöglicht es Kindern zu spielen und Erwachsenen, sich gerne draußen aufzuhalten. Außerdem soll es ein Carsharing geben, was generell weniger Autoverkehr und mehr bezahlbare Mobiliät zur Folge haben wird.

Architektenwettbewerb für den Dünenpark

Heute haben fünf Architektenbüros im Erlebniszentrum Naturgewalten öffentlich ihre Entwürfe vorgestellt. Für den Ferienpark und das Insulanerwohnen. Das allein ist ein großer Fortschritt für List, nicht jeder, der hier Apartmenthäuser oder Dauerwohnungen baut, stellt die eigenen Überlegungen in der Einwohnerschaft zur Diskussuion.

Wohnen und Arbeiten im Dünenpark?

Räume zum Arbeiten scheinen bislang allerdings leider nicht vorgesehen zu sein: keine kleine Läden, keine Büros, keine kleinen Gewerke. Das ist eins unserer großen Mankos in List: wir setzen ausschließlich auf den Wirtschaftszweig Tourismus. Das ist ein riesiges Problem für ein lebendiges, kreatives Dorfleben.

Die Architektenentwürfe für den Dünenpark

Allen Architekenbüros war es wichtig, die Häuser in die Umgebung einzubinden, sprich die Motive „Meer und Dünen“ aufzunehmen in die künsterlische Gestaltung. Die einen achteten darüberhinaus auf natürliche Baumaterialien, ein geringes Maß an Versiegelung und auf den Erhalt des Baumbestandes, andere wollten Meerblick sicherstellen und die nächsten den Blick in die Sterne (Glaskuppeln). Die einen orientierten sich an den Grundrissen alter Friesenhäuser, andere an Leuchttürmen und Barken.

Eher praktische Dinge, die Sylter Familien mit Kindern den Alltag erleichtern oder überhaupt erst ermöglichen, wurden leider nicht bedacht. Wohin mit dem Fahrradanhänger und dem Kinderwagen? Wer putzt wie in unserer Salzluft die Glaskuppel? Wie kommen auch Menschen im Rollstuhl ins Obergeschoss?

Oder sind Sylter Familien mit Kindern gar nicht die Zielgruppe? Werden die sich die Häuser ohnehin nicht leisten können?

Die Entscheidung

Der Architektenwettbewerb wird in eine zweite Runde gehen, mit einigen der Ideen aus der Zuhörer*innenschaft. Auch zukunftsorientierte Überlegungen (wie wird ein Haus energieautark?) nehmen die Gestalter*innen mit zurück in ihre Büros. Entscheiden wird am Ende das sogenannte „Preisgericht“, eine vom Investor ausgesuchte Jury aus reichen, älteren Männern nach bisher unbekannten Kriterien. Wir empfehlen sehr, die entstehenden Kriterien breit zu diskutieren und sich an den Bewertungskriterien des Lister Tourismuskonzeptes von 2016 (S. 49 – 58) zu orientieren.

Man darf gespannt sein.

Mehr auch unter http://duenenpark-list.de

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